In Zypern könnte eine Lücke zwischen dem gebauten Wohnungsangebot und der Kaufkraft einheimischer Haushalte entstehen. Darauf verwies Pavlos Loizou, Gründer und Geschäftsführer von Ask Wire, in einem am 12. Oktober von Cyprus Mail aufgegriffenen Interview. Besonders Projekte für internationale Käufer könnten unter Druck geraten, wenn neue Einheiten 2027 und 2028 auf den Markt kommen und die Nachfrage aus dem Ausland nachlässt. Es handelt sich um ein bedingtes Risikoszenario, nicht um den Nachweis einer landesweiten Überversorgung.
Loizou verwies auf eine Ask-Wire-Auswertung: Von Januar bis Mai 2026 wurden Genehmigungen für 8.978 Wohneinheiten erteilt, nach 5.484 im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Anstieg von 63,7 Prozent. Genehmigte Wohnungen sind jedoch weder fertiggestellt noch verkauft. Gleichzeitig wies er auf steigende Immobilienverkäufe in den ersten neun Monaten 2026 hin. Von einem allgemeinen Nachfrageeinbruch kann daher nicht gesprochen werden.
Entscheidend ist die Aufteilung des Marktes in unterschiedliche Käufergruppen. Hochpreisige Objekte für ausländische Erwerber können für zyprische Familien unerschwinglich und stärker von internationaler Mobilität oder Steuervorteilen abhängig sein. Anleger sollten Stadt, Preisklasse, Finanzierungsbedarf, Wiederverkaufsmöglichkeiten und konkurrierende Fertigstellungen prüfen. Die Warnung ist keine Prognose eines landesweiten Preissturzes.
Quellen und Grenzen
Cyprus Mail — Interview with Ask Wire CEO Pavlos Loizou ↗
Industry interview and market commentary · 2026-10-12
Dies ist eine redaktionelle Analyse, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Definitionen und Beobachtungsdaten bleiben jeder Aussage zugeordnet.
